Skip to main content

Multifeedhalter

Mit einer Multifeed-Anlage hat man die Möglichkeit die TV- und Radiosender mehrerer Satelliten empfangen zu können. Es handelt sich technisch gesehen um einen Kompromiss, den man eingehen muss, denn der Parabolspiegel, der die Signale auffängt, spiegelt und bündelt ist immer exakt auf einen Satelliten ausgerichtet (z.B. auf Astra 19,2 ° Ost ).

Werbung
Für den optimalen Empfang von mehr als einem Satelliten, müsste man also auch mehrere Parabolspiegel aufbauen. Jeder Spiegel muss dann selbstverständlich mit einem eigenen LNB ausgestattet werden. Um diesem Aufwand zu entgehen, gibt es sogenannte Multifeedhalter, die mehrere LNBs aufnehmen können.

Wie funktioniert der Sat-Empfang mit einem Multifeedhalter?

In einer Multifeed-Anlage ist die Schüssel nach wie vor auf einen bestimmten Satelliten ausgerichtet. Jedoch werden auch die Signale eines benachbarten Satelliten von dem Spiegel reflektiert, so dass der zweite LNB an einem Mulitifeedhalter die Signale „schielend“ empfängt. Daher spricht man bei dieser Bauweise oft von „schielenden Anlagen“.

Da das Signal des schielend empfangenen Satelliten immer etwas schwächer ausfällt, hat es sich in der Praxis bewährt die Schüssel auf den schwächeren Satelliten auszurichten (also z.B. Hotbird 13° Ost) und den stärkeren Satelliten (z.B. Astra) dann schielend zu empfangen. Je größer der Parabolspiegel, desto mehr Empfangsstärke bzw. Reserve hat man auch für den zweiten, nicht im Fokus stehenden Satelliten. In der Kombination von Hotbird und Astra gelten Spiegelgrößen von 80 cm als ausreichend (mindestens jedoch 60 cm). Möchte man weitere Satelliten empfangen, werden mehrere LNBs auf den Multifeedhalter montiert und man benötigt einen deutlich größeren Spiegel. Bei kleinen Schüsseln und sehr weit auseinander stehenden Satelliten, wird es notwendig zwei Spiegel zu installieren, da sonst der Empfang nicht gewährleistet ist.

Sehr wichtig bei der Belegung des Multifeedhalters ist der Abstand und sogar die Höhe der LNBs. Verschiedene Einflussfaktoren sind hier zu berücksichtigen (z.B. Standort und Spiegelgröße). Mehr Informationen zu den Einstellungen beim Multifeed-Empfang gibt es hier.

Beispiele für gängige Multifeedhalter

Alternativen – Monoblock-LNB und die Drehanlage

Monoblock LNB

Eine relativ einfache Alternative zur Multifeed-Anlage ist die Nutzung eines Monoblock LNB. Dieser LNB Typ kombiniert zwei LNBs, die in einem festen Abstand voneinander zwei Satelliten empfangen können. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Einsatz eines Mulitfeedhalters, nur dass hier der Abstand zwischen den LNBs nicht verändert werden kann. Weit verbreitet sind Monoblock-LNBs mit Optimierung auf die Satelliten Astra 19,2° und Hotbird 13°. Der Vorteil liegt insbesondere in der relativ einfachen Montage.

Drehanlage

Statt mit dem Multifeedhalter und mehreren LNBs zu arbeiten, gibt es auch eine technisch anspruchsvolle Möglichkeit mit nur einer Schüssel und einem LNB auf die Signale beliebig vieler Satelliten zuzugreifen: Die Drehanlage. Dabei wird der Spiegel mit Hilfe eines Motors gedreht, so dass auf den jeweils gewählten Satellit fokussiert wird. Der Receiver steuert über die sogenannte DiSEqC Steuersignaltechnik den Motor und sorgt dafür, dass die Anlage in die benötigte Position bewegt wird. Der Receiver muss diese Technologie unterstützen.

Die Vor- und Nachteile einer Drehanlage auf einen Blick zusammengefasst

Vorteile

  • Bei einer perfekt aufgebauten und ausgerichteten Anlage, wird der gewählte Satellit immer optimal fokussiert. Die Empfangsstärke ist dadurch entsprechend auf allen Satelliten sehr gut, während man bei einer Multifeed-Anlage immer einen Kompromiss eingehen muss (s. oben).
  • Es können beliebige, auch weit auseinanderstehende Satelliten empfangen werden.

Nachteile

  • Durch die mechanische Bewegung der Schüssel, tritt stets eine Verzögerung auf, wenn man zwischen den Satelliten schaltet.
  • Die Drehanlage ist technisch komplex im Aufbau und tendenziell teurer in der Anschaffung.
  • Ein Mehrteilnehmerempfang ist nicht ohne Weiteres möglich. Zumindest lassen sich nicht gleichzeitig Signale von zwei Satelliten empfangen, da die Schüssel immer nur auf einen Satelliten fokussiert.